Betfair

Das britische Unternehmen Betfair mit Sitz in London ist Betreiber der weltweit größten Online-Wettbörse für Sportwetten. Die Firma beschäftigt rund 1200 Mitarbeiter. 2007 erwirtschaftete Betfair Erträge (”revenues”) in Höhe von 182 Millionen britischen Pfund und einen Gewinn (”profit”) von 19 Millionen britischen Pfund. Die Zahl der bei Betfair registrierten Kunden liegt bei mehr als einer Million, wobei 433.000 als aktive Kunden gelten.Der signifikante Unterschied zu anderen Anbietern von Sportwetten besteht darin, dass Betfair eine Online-Plattform zur Verfügung stellt, auf der Kunden Wetten anbieten und abschließen können und dabei die Quoten selbst vereinbaren. Ähnlich wie bei den Online-Auktionen von eBay und anders als bei traditionellen Buchmachern stellt Betfair also nur die Infrastruktur für seine Kunden, greift aber in der Regel, nicht aktiv in den Handel ein. Bei Betfair werden die Quoten durch die registrierten Nutzer über Angebot und Nachfrage bestimmt. Insofern ist das System bei Betfair ähnlich dem System der Finanzbörsen, wo der Markt permanent die Kurse (etwa von Aktien) reguliert. Da Betfair also nicht am Quoten-Angebot aktiv beteiligt ist, kann auch nicht - wie bei klassischen Buchmachern - eine in die Quoten eingerechnete Gewinnmarge für den Unternehmensgewinn sorgen. Stattdessen zieht Betfair eine bestimmte Provision auf jeden Nettogewinn ein.

“Lay” und “Back” Wetten

Das Lay und Back System, das mittlerweile auch andere Wettbörsen übernommen haben, ist die Grundvoraussetzung auf dem Wettmarkt zu “traden” (handeln). Es ist eine Wechselwirkung von angebotenen und gespielten Wetten. Sowohl die Quoten als auch das Volumen, des umgesetzten Betrags hängen von diesen System ab. Es regelt Angebot und Nachfrage und hält den aktuellen Preis auf dem neuesten Stand.

Der Lay Ausdruck bezeichnet Wetten, bei den nicht auf einen Ausgang gesetzt wird, sondern dagegen. Lay kann mit “legen” frei übersetzt werden. Der Sinn dieses Ausdruckes ist einfacher zu verstehen, wenn man sich die ausgeführte Order genauer anschaut. Bei einer Lay Wette wird der Preis in Form von Quote und Betrag auf einen Ausgang einer Wette vom User angeboten (gelegt). Der User wird praktisch zum Buchmacher und hat die Möglichkeit die Quote und den Betrag, den er bereit ist zu halten, ins System einzutippen. Nachdem der User die Angaben auf dem Markt getätigt hat, greift das System ein. Es übernimmt die Administration des Guthabens auf dem Userkonto und informiert den User über den möglichen Gewinn oder Verlust. Außerdem rechnet das System den Gegenkurs aus und stellt die Wette letztendlich in den Backbereich (blauer Bereich) ein. Die Wette steht ab dem Zeitpunkt nun auf den Wettmarkt zur freien Verfügung und kann von anderen Usern angenommen werden, die drauf wetten möchten. Wird auf dieses Ereignis in einen bestimmten Zeitrahmen nicht gesetzt, verfällt das Lay und es kommt zu keiner Handlung. Wird jedoch die Wette von einen anderen User angenommen, kommt es vorerst zu einem Umsatz. Eine Laywette kann man nur dann gewinnen, wenn das Ereignis nicht eintrifft. Während auf der anderen Seite der Backwetter nur dann gewinnen kann, wenn das gewettete Resultat auch eintrifft.

Beispiel: Es ist möglich darauf zu “wetten”, dass Bayern München am nächsten Spieltag nicht 2:0 gewinnt. Der Spieler legt eine Quote für dieses Ereignis und hält die Wette. In diesem Fall gewinnt der “Wetter” bei jedem Spielausgang mit Ausnahme eines 2:0 für München. Der “anonyme” Back-Wetter (2ter User) gewinnt nur dann, wenn das Spiel tatsächlich 2:0 für München ausgehen sollte.

Der Back ist die traditionelle Art des Wettens. Hier wird auf ein Spielausgang eines Ereignisses gesetzt. Es ist allerdings festzuhalten, dass ein Back (eine Wettabgabe) nur dann möglich ist, wenn er in der Wettbörse von anderen Teilnehmern “gelayed”, also angeboten wurde. Somit kommen Backwetten nur solange zustande, wie die Wetten von anderen Usern gehalten werden.

Beispiel: Es ist möglich auf ein 2:0 für München zu wetten, sofern sich jemand findet der diese Wette “layed” (anbietet).

Betfair hat in der Regel sehr viele Teilnehmer und einen großen Umsatz. Es kommt somit selten vor, dass auf ein Ereignis keine Wetten angeboten werden. Wenn auf dem Wettmarkt wenig Interesse besteht, kann es auch passieren, dass Wetten zwar angeboten werden, aber kein Geld gesetzt wird und somit kein Umsatz stattfindet.